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Nachdem ich im Jahr 2005 nach langer Zeit mal wieder einen F3J-Wettbewerb besucht hatte entschloss ich mich ein eigenes F3J-Modell für den Eigenbedarf zu konstruieren. Die zu dieser Zeit auf dem Markt erhältlichen Modelle entsprachen zudem nicht meinen Vorstellungen.

Für eine Übergangszeit und um etwas über die aktuellen Anforderungen der Klasse F3J zu lernen baute ich mir aus meinen „alten“ T-Warp Formen einen sehr leichten Flächensatz. Diesen kombinierte ich mit dem Kreuzleitwerks-Rumpf des F3B-Modells „Galaktika“. Bei diesem „Versuch“ bestätigten sich meine Vermutungen bezüglich der Grundauslegung eines neuen F3J-Modells.
Die Eckdaten des Modells waren recht schnell gefunden. 345 cm Spannweite und ein dünner Rumpf mit Kreuzleitwerk. Die Flügel wurden zweiteilig ausgelegt. Die einzelnen Hintergründe für diese Auslegung erläutere ich im Einzelnen:

345 cm Spannweite:
Hier wurde durch mich bewusst eine mittlere Größe gewählt, da das Modell als Allrounder ausgelegt wird. Anpassungen an verschiedene Bedingungen (Floater-Wetter, oder Wind) sollen durch verschiede Gewichte und verschieden steife Bauweise erfolgen. Der Wechsel zwischen verschiedenen Modellkonzepten ist in meinen Augen nicht optimal, da sich die Kombination Pilot/Modell ständig ändern würde. Zudem wünschte ich mir selber ein noch agil und spritzig zu bewegendes Modell.

Zweiteilige Tagfläche:
Hier sprechen mehrere Gründe für eine solche Auslegung. Zum Einen ist der Vorteil der Konzentration der Massen in Schwerpunktnähe nicht zu unterschätzen, zum Anderen spart man Bauaufwand, da nur eine Steckung gebaut werden muss und die zentrale Verschraubung entfällt. Bei den gewählten Abmessungen ist eine Tragflächenhälfte mit 170 cm Länge unter Transportgesichtspunkten auch nur unwesentlich „sperriger“ als der gut 160 cm lange Rumpf.

Rumpf:
Er wurde in Grundzügen von unserem F3B-Modell „Altus“ übernommen. Der kleine Querschnitt blieb gleich, die Gesamtlänge aber entsprechend angepasst und die Nase stärker als bei F3B nötig abgesenkt. Hier forderte die Ziellandung ihren Tribut. Weiterhin wurde der Steck-Konus in eine klassische Kabinenhaube geändert.

Seitenleitwerk:
Hier wurde das SLW vom „Skymax 4“ verwendet. Dieses wurde netterweise von Philip Kolb zur Verfügung gestellt und passte von seiner Größe optimal. Danke nochmals an dieser Stelle.

V-Form:
Das Modell erhielt eine dreifache V-Form um einen stabilen Kreisflug sicherzustellen. Die mittlere V-Form beträgt 2° je Seite und wird durch den Verbinder mit 15 x 25 mm Querschnitt vorgegeben. Ab Querruderanfang wurde dann zusätzlich noch mal die V-Form erhöht.

Höhenleitwerk:
Das HLW hat die gleiche Flächengeometrie wie die Tragfläche, ist jedoch proportional bis auf knapp 10 % des Tragflächeninhaltes verkleinert. Als Profil wurde das bewährte Selig 8025 verwendet.

Tragfläche (Geometrie und Profilierung):
Die Tragflügel wurden in einer leicht überelliptischen Geometrie ausgelegt, um harmlose Überzieh- und Kreisflugeigenschaften zu erhalten. Mit einer 250 mm tiefen Flächenwurzel und der leicht überelliptischen Geometrie wurde bewusst auf eine hohe Streckung verzichtet um auch im Langsamflug noch ausreichende RE-Zahlen zu haben. Gleichzeitig ergibt sich hieraus der mögliche Vorteil einer vernünftigen Festigkeits-/Gewichtsbilanz. Die resultierende Flügelfläche ergab 71,6 dm².
Die Profilierung wurde durch Andreas Herrig übernommen. Als Referenzprofil bekam er das MH 32 mit etwas reduzierter Dicke. Hier sollte er versuchen den speziellen Anforderungen im F3J gemäß, etwas „herauszuholen“. Das Ergebnis AH 151, gestrakt auf das AH 151a sah von den Polaren sehr vielversprechend aus. Dieser Profil-Strak ist auf eine Klappentiefe von 25 % ausgelegt, welche schon bei der Festlegung der Geometrie und den aus dieser resultierenden lokalen Rudertiefen berücksichtigt wurde. An dieser Stelle muss ich besonders Andreas für die von ihm geleistete Arbeit danken. Er hat die Hürde MH 32 locker genommen und meine Erwartungen mehr als erfüllt. Aus mehr als einem Jahr Flugpraxis kann ich nur sagen, seine Profile machen bei diesem Einsatzzweck alles besser als das MH 32. Besonders auffällig ist die extrem ausgeprägte Ruder- und Wölbklappenwirkung. Auch im flachen Kreisflug hat er neue Maßstäbe gesetzt, völlig neutral, keine Abkipptendenzen selbst bei böigem Wetter.

Weiteres wird Andreas sicherlich selber hierzu schreiben wollen.

Bauausführung:
Tragflächen und Höhenleitwerk wurden CNC-Positiv gefräst und Formen erstellt. Der Rumpf wurde (s. o.) aus vorhandenem Material als Positiv erzeugt und abgeformt.
Die Tragflächen wurden von vorneherein in Voll-Kohle Ausführung gebaut. Aus meiner Erfahrung sind sie bei sauber Auslegung/Ausführung nicht schwerer als GFK-Flächen, aber um ein Vielfaches steifer und auch robuster. Die höhere Steifigkeit schlägt sich dann sofort in größeren Hochstarthöhen und damit längeren Flugzeiten nieder.
Diese Erfahrung wurde in der Praxis auch bestätigt. Mein leichtester „High End“ wiegt mit einer Voll-Kohle Tragfläche 2050 g und hat damit 27 g/dm² Flächenbelastung. Steifere Varianten liegen bei 30 g/dm² Flächenbelastung und sind damit dann auch „windsicher“.

Dieter Perlick